Wandheizung mit Lehm: Planung und Montage Schritt für Schritt

Kenny Kent Bridgewater Von Kenny Kent Bridgewater Sachverständiger für ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen

Eine Wandheizung mit Lehm wärmt dich wie ein Kachelofen: über Strahlung, bei niedriger Vorlauftemperatur und ohne Staubwirbel. Der Lehm speichert die Wärme, puffert die Raumfeuchte und lässt sich im Sommer sogar zum Kühlen nutzen. Ich zeige dir hier, wie du mit dem System von WEM vorgehst, von der Planung über die Montage bis zur fertigen Oberfläche. Die Zahlen stammen aus den Datenblättern und Montageanleitungen des Herstellers.

Welches System passt zu deiner Wand

Es gibt drei Wege. Im Trockenbau schraubst du Klimaelemente auf: 25 mm starke Lehmplatten, in denen das Heizrohr schon steckt. Das ist der schnellste Weg mit wenig Feuchte im Bau, ideal für Holzhäuser, Ständerwände und Innendämmung. In der Nasstechnik befestigst du Klimaregister oder freies Rohr in Zahnschienen auf der Wand und putzt es mit Lehm ein. Das passt zu Massivwänden, unebenen Altbauwänden und kleinen Flächen. Für Räume ohne Heizungswasser gibt es das elektrische Klimaelement EL mit 230 V.

Wand, Decke und Boden kannst du frei kombinieren. Im Altbau reicht die Fußbodenheizung allein oft nicht aus, dann ergänzt du Wand oder Decke. Steht die Kühlung im Vordergrund, belegst du bevorzugt die Decke.

Planung: Fläche, Temperatur und Heizkreise

Grundlage ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. WEM empfiehlt höchstens 45 °C Vorlauf, mit Wärmepumpe eher um 35 °C. Ein Klimaelement liefert nach Datenblatt etwa 85 W/m² bei 35/30 °C und etwa 170 W/m² bei 45/40 °C Vor- und Rücklauf, gemessen mit WEM Lehmputz und höchstens 8 mm Putz darüber. Das Klimaregister im Putz kommt bei denselben Temperaturen auf etwa 100 und 200 W/m².

Belege die Zonen, in denen du dich aufhältst: Sitzecke, Esstisch, Schreibtisch. Bei Deckenhöhen unter 2,7 m sollte eine Deckenheizung mit höchstens 35 °C Vorlauf laufen. Außenwände mit einem U-Wert über 0,5 W/m²K dämmst du vorher, sonst heizt du nach draußen. Pro Heizkreis schaltest du höchstens fünf Klimaelemente oder sechs Klimaregister in Reihe, beim freien Rohr sind es höchstens 90 m. Jeder Heizkreis bekommt einen Abgang am Heizkreisverteiler.

Material für den Trockenbau

Du brauchst Klimaelemente MV in 200, 160 oder 80 cm Länge bei 62,5 cm Breite, das sind 1,25, 1,0 und 0,5 m² Heizfläche. Die Restflächen füllst du mit WEM Lehmplatten 25 mm, die du mit Haltetellern befestigst. Dazu kommen Metallverbundrohr 16 x 2 mm und Pressfittings für die Verbindungen, Lehmkleber und Glasfasergewebe für die Armierung und ein Feinputz als Deckschicht. Für die Decke nimmst du die Klimaelemente MV-D und Lehmplatten-D, beide mit einer Dispersion stabilisiert und mit zusätzlichen Befestigungspunkten.

Untergrund und Unterkonstruktion

Die Wand oder Unterkonstruktion muss das Gewicht tragen und eben sein, damit sich die Platten beim Verschrauben nicht verspannen. Ein Klimaelement MV 200 wiegt etwa 44 kg. Unebene Wände gleichst du mit Ausgleichsputz oder einer Lattung aus. Bei Holzlatten sollten die Latten im Stoßfugenbereich mindestens 80 mm breit sein. Metallständer verstärkst du am besten mit einer eingeklemmten Latte. Im Neubau montierst du die Elemente, bevor der Fußbodenaufbau kommt, dann verschwinden die Anbindeleitungen im Boden.

Klimaelemente montieren und verbinden

Montiere die Elemente zu zweit. Setze die Elemente auf einen Balken in der gewünschten Höhe, mindestens 8 cm über dem Boden, und lasse seitlich Platz für die Rohrenden. Verschraubt wird an den werkseitig eingelassenen Haltetellern, zum Beispiel mit Senkkopfschrauben 5 x 50 mm. Wenn du zusätzlich schraubst, achte auf den Rohrverlauf, er zeichnet sich an der Oberfläche ab.

Die Rohrenden längst du ab, kalibrierst und entgratest sie. Zwischen zwei Elementen setzt du ein Stück Verbundrohr mit zwei aufgepressten Winkeln. Biege von Hand nicht enger als 80 mm Radius, mit Biegefeder nicht enger als 64 mm. Vom Vorlauf des ersten und vom Rücklauf des letzten Elements führst du die Anbindeleitungen zum Verteiler.

Restflächen mit Lehmplatten schließen

Die Flächen ohne Klimaelement belegst du mit WEM Lehmplatten in derselben Stärke. Jede Platte bekommt mindestens vier Haltepunkte mit Haltetellern. Zuschneiden kannst du mit der Stichsäge oder indem du das Gewebe beidseitig mit dem Cuttermesser durchtrennst und die Platte über eine Kante brichst. Für Steckdosen nimmst du eine Bohrkrone. Achte beim Sägen auf Staubschutz.

Spülen, befüllen und Druckprobe

Bevor du putzt, spülst du jeden Heizkreis einzeln und befüllst die Anlage mit demineralisiertem Wasser nach VDI 2035. Dann folgt die Druckprobe: Kugelhähne am Verteiler schließen, mit 5 bis 6 bar abdrücken, nach zwei Stunden den Druck wieder aufbringen, weil sich das Rohr dehnt. Nach 24 Stunden darf nirgends Wasser austreten und der Druck nicht mehr als 0,1 bar gefallen sein. Halte das Ergebnis im Druckprüfprotokoll fest.

Fugen, Armierung und Feinputz

Ziehe zuerst die Halteteller mit Lehmkleber vor und schließe Fugen unter 3 mm gleich mit. Breitere Fugen und die Anbindeleitungen putzt du mit Lehm-Universalputz ein. Lasse alles durchtrocknen. Dann spachtelst du die ganze Fläche mit Lehmkleber bis höchstens 4 mm vor und legst das feine Glasfasergewebe in den noch weichen Putz, an den Stößen mindestens 10 cm überlappend.

Nach dem Trocknen kommt die Deckschicht: Lehmkleber Finish hell mit höchstens 3 mm oder ein Lehm-Feinputz hell oder extrahell. Ganz wichtig: Nach jeder Putzlage heizt du sofort trocken und lüftest die Feuchte ab, mit offenem Fenster oder einem Kondenstrockner. Danach kannst du die Wand so lassen oder mit FarbTon Lehmfarbe streichen.

Nasstechnik mit Klimaregister

Bei der Nassverlegung schraubst du die Klimaregister mit ihren Zahnschienen an die Wand, kürzt sie bei Bedarf und verbindest sie mit Presskupplungen. Freies Rohr verlegst du in Zahnschienen, die du höchstens alle 100 cm befestigst, mit mindestens 15 cm Rohrabstand, mäander- oder spiralförmig. Nach Spülen und Druckprobe trägst du den Lehm-Universalputz ein- oder mehrlagig auf und ziehst ihn über dem Rohr ab. Die nächste Lage bekommt Gewebe über die ganze Fläche, an Übergängen zu unbeheizten Flächen mindestens 25 cm weit. Den Abschluss bildet Lehmkleber Finish hell oder ein Feinputz. Auch hier gilt: nach jeder Lage trockenheizen. Im Spritzwasserbereich und unter Fliesen ist Lehmputz nicht geeignet.

Regelung und hydraulischer Abgleich

Jeder Raum bekommt ein Raumthermostat, das die Stellmotoren am Verteiler schaltet. Für die Verdrahtung reicht Kabel NYM 3 x 0,75 mm², beim Heizen und Kühlen 4 x 0,75 mm². Am Verteiler stellst du die Durchflüsse der Heizkreise ein, das ist der hydraulische Abgleich nach DIN 18380. Liefert dein Wärmeerzeuger höhere Temperaturen, als die Wandheizung braucht, senkt die Regelstation am Verteiler den Vorlauf ab.

Später bohren, ohne das Rohr zu treffen

Bevor du ein Bild aufhängst, lege die Thermofolie bei laufender Heizung auf die Wand. Die warmen Leitungen zeichnen sich farbig ab und du setzt den Bohrer dazwischen. Schwere Lasten befestigst du an der Unterkonstruktion.

Regionaler Kontext und Einsatz in der Praxis

Ich liefere dir die WEM Wandheizung deutschlandweit. In Norddeutschland steckt die Wandheizung oft in Fachwerk- und Backsteinhäusern, die innen gedämmt werden: dort sitzt sie bevorzugt auf der Innendämmung und macht die alten Wände warm und trocken.

Erstellt von Kenny Kent Bridgewater, zertifiziertem Sachverständigen für Ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen mit Lehmbaustoffen. Lehmbau, Holzbau und Ökobilanzierung in Norddeutschland.
Passender Service
Klimaelemente, Lehmplatten, Klimaregister, Rohr, Verteiler, Regelung, die passenden Lehmputze und die Trocken-Fußbodenheizung findest du in der Kategorie Wandheizung.
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Offene Fragen

Wie viel Fläche muss ich mit der Wandheizung belegen?

Das legt die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 fest. Belege die Zonen, in denen du dich aufhältst, etwa Sitzecke, Esstisch und Schreibtisch. Reicht eine Fläche nicht aus, kombinierst du Wand, Decke und Boden frei, im Altbau ergänzt du so oft die Fußbodenheizung.

Funktioniert die Wandheizung mit Wärmepumpe?

Ja. WEM empfiehlt höchstens 45 °C Vorlauf, mit Wärmepumpe sind etwa 35 °C sinnvoll. Ein Klimaelement liefert bei 35/30 °C nach Datenblatt etwa 85 W/m².

Wie dick wird der Putz auf den Klimaelementen?

Die Leistungsangaben gelten mit WEM Lehmputz und höchstens 8 mm Putz. Typisch sind bis zu 4 mm Lehmkleber mit Gewebe und darüber bis zu 3 mm Finish oder Feinputz.

Kann ich mit der Wandheizung auch kühlen?

Ja, die wassergeführten Systeme kühlen im Sommer auch. Steht die Kühlung im Vordergrund, belegst du bevorzugt die Decke: Das Klimaelement MV-D schafft dort nach Datenblatt etwa 52 W/m² Kühlleistung bei 25 °C Raumtemperatur. Für Heizen und Kühlen verdrahtest du die Raumthermostate mit NYM 4 x 0,75 mm².

Darf ich später in die Wand bohren?

Ja, mit der Thermofolie siehst du bei laufender Heizung, wo die Leitungen liegen, und bohrst dazwischen.

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