Lehmmörtel im Lehmbau: Mauermörtel und Putzmörtel

Lehmmörtel ist der Oberbegriff für zwei zentrale Baustoffe im Lehmbau: Lehmmauermörtel nach DIN 18946 und Lehmputzmörtel nach DIN 18947. Beide bestehen aus natürlichen Rohstoffen wie Lehm, Sand und teilweise pflanzlichen Fasern. Lehmmauermörtel wird zum Vermauern von Lehmsteinen, Ziegeln oder Natursteinen eingesetzt. Lehmputzmörtel wird als Unterputz, Oberputz oder Feinputz auf Wänden verarbeitet. Im Gegensatz zu Kalk- oder Zementmörtel erhärtet Lehmmörtel nicht hydraulisch, sondern ausschließlich durch Austrocknung – er bleibt dadurch dauerhaft reparierbar, dampfdiffusionsoffen und vollständig wiederverwendbar. Diese Eigenschaften machen ihn besonders geeignet für Fachwerksanierungen, Altbausanierungen und nachhaltiges Bauen. Bei Lehm-Revival werden bevorzugt normgerechte Produkte eingesetzt, insbesondere ClayTec Lehmmörtel und Lehmputze, die nach den aktuellen DIN-Normen hergestellt und geprüft werden.

Lehmmauermörtel nach DIN 18946

Lehmmauermörtel dient zum Vermauern von Lehmsteinen und anderen mineralischen Baustoffen im Lehmbau. Typische Einsatzbereiche sind Innenwände aus Lehmsteinen, Gefach-Ausfachungen im Fachwerk, Natursteinmauerwerk im Innenbereich und Reparaturen historischer Lehmbauten.

Der Mörtel besteht aus Lehm als Bindemittel, Sand als Zuschlag sowie teilweise Faserzusätzen wie Stroh oder Hanf. Die Fasern reduzieren Schwindrisse und verbessern die Stabilität während der Trocknung.

Gerade in historischen Fachwerkhäusern ist Lehmmauermörtel der bauphysikalisch passende Mörtel für Lehmausfachungen, Natursteinmauern im Innenbereich und Reparaturen historischer Bausubstanz. Er bleibt kapillaraktiv und diffusionsoffen und unterstützt dadurch ein gesundes Feuchteverhalten der gesamten Wandkonstruktion.

Im Gegensatz zu Zementmörtel nimmt Lehmmauermörtel überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab. Dieses Verhalten ist besonders in Übergangsjahreszeiten spürbar und trägt wesentlich zur Baufeuchteregulierung in Altbauten bei. Wer also ein historisches Fachwerkgebäude saniert, sollte Lehmmauermörtel als erste Wahl in Betracht ziehen.

Festigkeitsklassen und tragendes Mauerwerk

Nach DIN 18946 wird Lehmmauermörtel in Festigkeitsklassen eingeteilt, die häufig als M1 bis M4 bezeichnet werden. Die Druckfestigkeit liegt deutlich unter der von Zementmörtel. Deshalb wird Lehmmauermörtel meist für nichttragende Wände oder Gefache eingesetzt.

Tragendes Lehmmauerwerk ist jedoch möglich, wenn normgerechte Lehmsteine nach DIN 18945 verwendet werden und ein statischer Nachweis vorliegt. Seit der Einführung von DIN 18940 für tragendes Lehmmauerwerk ist Lehmbau auch in höheren Gebäudeklassen möglich. Die Ausführung erfordert jedoch eine fachgerechte Planung und statische Bemessung.

Lehmputzmörtel nach DIN 18947

Putzarten und Klassen

Lehmputzmörtel wird für Wandputze im Lehmbau eingesetzt. Er wird in mehreren Schichten verarbeitet und sorgt für eine diffusionsoffene und feuchteregulierende Oberfläche. Typische Anwendungen sind Innenputz auf Mauerwerk, Innenputz auf Lehmbauplatten, Fachwerk-Innenwände und ökologischer Innenausbau.

Nach DIN 18947 wird Lehmputzmörtel in verschiedene Klassen eingeteilt. Üblich sind die Festigkeitsklassen S I und S II. Die Prüfung nach DIN 18947 umfasst unter anderem Schwindmaß, Druckfestigkeit, Haftzugfestigkeit und Wasseraufnahme. Industrieprodukte wie ClayTec Lehmputze werden regelmäßig in unabhängigen Laboren geprüft und erfüllen diese Anforderungen.

Leichtlehmputze im Lehmbau

Zusätzlich zu den Normallehmputzen werden Leichtlehmputze (LLPM) unterschieden. Diese enthalten mineralische oder biogene Leichtzuschläge wie Stroh, Schilf oder Blähmineralien. Leichtlehmputze besitzen geringere Rohdichten, meist etwa 0,9 bis 1,2 kg pro Kubikdezimeter, und bieten dadurch bessere Wärmedämmeigenschaften.

Typische Einsatzbereiche für Leichtlehmputze sind Strohballenbau, dickere Putzlagen und ökologische Dämmkonstruktionen. Zu den eingesetzten ClayTec-Produkten zählen ClayTec Lehmunterputz grob, ClayTec Lehmunterputz mit Stroh, ClayTec Lehmoberputz fein, ClayTec Lehmfeinputz und ClayTec Yosima Lehm-Designputze.

Qualitätsunterschiede bei Lehmmörtel

Mit der steigenden Nachfrage nach Lehmbauprodukten sind viele Anbieter auf den Markt gekommen. Nicht alle Produkte erfüllen jedoch die gleichen technischen Anforderungen. Teilweise werden Lehmmörtel als einfache Mischungen aus lokalem Lehm und Sand angeboten, ohne normgerechte Prüfung oder Klassifizierung. Solche Materialien können für einfache Anwendungen funktionieren, liefern jedoch keine reproduzierbaren bauphysikalischen Eigenschaften.

Beim heutigen Bauen – besonders im Fachwerk, im Neubau oder bei Förderprojekten – sollten daher normgerechte und geprüfte Produkte verwendet werden. Hersteller wie ClayTec gehören zu den Vorreitern der Lehmbau-Normung in Deutschland und haben maßgeblich zur Entwicklung der DIN-Normen für Lehmbauprodukte beigetragen. Industriell hergestellte Lehmmörtel bieten deshalb eine deutlich höhere Verarbeitungssicherheit und gleichbleibende Qualität.

Lehmmörtel im Vergleich zu Kalk- und Zementmörtel

Lehmmörtel unterscheidet sich grundlegend von Kalk- und Zementmörteln. Lehmmörtel erhärtet ausschließlich durch Trocknung. Wird er wieder angefeuchtet, kann er erneut plastisch werden. Dadurch lassen sich Lehmmörtel und Lehmputze auch nach Jahren einfach reparieren.

Kalkmörtel erhärtet durch Carbonatisierung und eignet sich deshalb auch für Außenputze. Zementmörtel erhärtet hydraulisch und wird sehr hart und dicht. Diese Eigenschaften können in historischen Gebäuden problematisch sein. Gerade in Fachwerkhäusern und Altbauten kann Zementmörtel Feuchtigkeit im Mauerwerk einschließen. Das führt häufig zu Holzschäden, Salzausblühungen, Rissbildung und Feuchteschäden.

Lehmmörtel dagegen bleibt diffusionsoffen und kapillaraktiv. Feuchtigkeit kann aufgenommen und wieder abgegeben werden. Für historische Bausubstanz ist Lehmmörtel deshalb die ökologisch und bauphysikalisch richtige Wahl.

Trocknung und Verarbeitung

Lehmmörtel erhärtet durch Verdunstung des Wassers. Die Trocknungszeit hängt stark von Schichtdicke, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftwechsel ab. Bei Putzschichten über etwa 15 mm oder bei schwierigen Untergründen empfiehlt sich ein kontrolliertes Trocknungsprotokoll, um Spannungsrisse zu vermeiden.

Eine gleichmäßige Trocknung ohne direkte Sonneneinstrahlung oder starke Heizung ist ideal. Zugluft und aggressive Bautrocknung sollten vermieden werden, da sie unkontrollierte Schwindrisse verursachen können. Die Trocknung kann je nach Putzdicke und Raumklima zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen dauern.

In der kalten Jahreszeit sollte die Verarbeitungstemperatur mindestens 8 Grad Celsius betragen. Frost während der Trocknungsphase schädigt die Lehmstruktur irreversibel. Im Sommer hingegen kann bei direkter Sonneneinstrahlung Sprühfeuchtigkeit helfen, ein zu rasches Austrocknen der Oberfläche zu verhindern. Ein regelmäßiges Lüften der Räume während der Trocknungsphase beschleunigt die Feuchteabgabe und verbessert das Endresultat.

Lehmmörtel bei Lehm-Revival

Bei Lehm-Revival findest du eine Auswahl an hochwertigen Lehmbauprodukten für Lehmbau, Fachwerksanierung und nachhaltigen Innenausbau. Dazu gehören ClayTec Lehmmauermörtel nach DIN 18946, ClayTec Lehmunterputze und Oberputze nach DIN 18947, ClayTec Lehmbauplatten und ClayTec Yosima Designputze.

Diese Produkte werden seit vielen Jahren im Lehmbau eingesetzt und ermöglichen eine sichere Verarbeitung nach aktuellem Stand der Technik. Die technischen Angaben basieren auf DIN 18946 und DIN 18947, den Lehmbau-Regeln des Dachverbands Lehm sowie Herstellerangaben von ClayTec.

Lehmmörtel verbindet traditionelles Bauen mit modernen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Raumklima und Bauphysik und bleibt damit ein zentraler Baustoff im ökologischen Bauen.

Für Fragen zur Materialauswahl, zur passenden Mörtelklasse oder zur richtigen Verarbeitungstechnik stehen wir gerne per E-Mail, Telefon oder in einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung. Wer sich unsicher ist, welcher Lehmmörtel für sein Vorhaben geeignet ist, erhält bei uns eine ehrliche und praxisorientierte Empfehlung auf Basis seiner konkreten Bausituation.

Kann ich Lehmmörtel auch im Außenbereich verwenden?

Lehmmörtel ist nicht witterungsbeständig und daher für den Außenbereich ohne Schutzmaßnahmen nicht geeignet. Ausnahme: geschützte Wandbereiche unter überstehenden Dächern oder mit dauerhafter Kalk- oder Silikatputzüberdeckung. Im Sockelbereich und auf ungeschützten Außenflächen immer Kalkmörtel verwenden.

Wie mische ich Lehmmörtel richtig an?

Fertige ClayTec-Lehmmörtel werden mit Wasser angemischt gemäß Produktdatenblatt. Wasser portionsweise zugeben, intensiv mischen, dann 10 bis 15 Minuten ruhen lassen, erneut mischen ohne weiteres Wasser. Die richtige Konsistenz: Der Mörtel fließt nicht vom Spatel, hält aber seine Form. Zu viel Wasser erhöht das Schwindmaß und verursacht Risse.

Welcher Lehmmörtel ist für die Fugensanierung von Natursteinmauerwerk geeignet?

Für die Fugensanierung historischer Natursteinmauerwerke empfehlen wir Lehmmauermörtel nach DIN 18946, ergänzt mit grobem Sand (1–4 mm Körnung) für optimale Haftung und Dampfdurchlässigkeit. ClayTec Lehm-Mauermörtel ist werksseitig aufbereitet und lässt sich direkt mit Wasser anmischen.

Was ist der Unterschied zwischen Lehmmörtel und Kalkmörtel?

Lehmmörtel ist dampfdiffusionsoffen, feuchteregulierend und formstabil, aber nicht wasserbeständig. Kalkmörtel ist resistenter gegen Feuchtigkeit und bietet durch Carbonatisierung eine gute Dauerhaftigkeit, reguliert aber weniger Feuchte. Für historisches Fachwerk und Innenwände ist Lehmmörtel ökologisch die bessere Wahl; im Außenbereich ist Kalkmörtel vorzuziehen.