Lehmbau: Der Naturbaustoff Lehm und seine Anwendung

Lehmbau: Der Naturbaustoff Lehm und seine Anwendung

Lehmbau bezeichnet das Bauen und Sanieren mit ungebrannten, lehmhaltigen Erdstoffen. Lehm reguliert die Raumluftfeuchtigkeit, speichert Wärme und ist vollständig recyclierbar. Die wesentlichen Produkte sind Lehmputze (DIN 18947), Lehmbauplatten (DIN 18948), Lehmsteine (DIN 18945) und Lehmfarben. Für Fachwerksanierungen, Denkmalschutzprojekte und ökologischen Neubau ist Lehm heute wieder das Material der Wahl – praxiserprobt seit Jahrtausenden und normativ geregelt seit 2013.

Warum Lehm als Baustoff?

Lehm ist das einzige Baumaterial, das Feuchtigkeit aktiv aus der Raumluft aufnimmt und bei trockener Luft wieder abgibt. Diese Pufferwirkung reguliert die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen auf natürliche Weise und verhindert Schimmelbildung, ohne dass Lüftungsanlagen erforderlich sind.

Gleichzeitig speichert Lehm Wärme effizient: Seine hohe Wärmespeicherkapazität (spezifische Wärmekapazität ca. 1,0 kJ/kgK) dämpft Temperaturschwankungen und sorgt für angenehm ausgeglichenes Raumklima im Sommer wie im Winter.

Lehm enthält keine Schadstoffe, keine synthetischen Bindemittel und keine bioziden Zusätze. Er ist vollständig wiederverwendbar – abgebrochener Lehmputz kann erneut angerührt und verarbeitet werden.

Lehmbau nach DIN-Norm

Normierung seit 2013

Seit 2013 sind Lehmbauprodukte in Deutschland durch DIN-Normen geregelt: DIN 18945 für Lehmsteine, DIN 18946 für Lehmmauermörtel, DIN 18947 für Lehmputzmörtel und DIN 18948 für Lehmbauplatten. Diese Normen definieren Anforderungen an Druckfestigkeit, Wasseraufnahme, Schwindmaß und Verarbeitbarkeit.

Normgerechte Produkte wie ClayTec CLAYTEC werden im Werk geprüft und mit CE-Kennzeichnung oder nationalem Prüfzeichen geliefert. Für Bauanträge und Förderprogramme (z. B. KfW, Denkmalschutz-AfA) ist der Nachweis normgerechter Materialien häufig Voraussetzung.

Die DVL (Deutsche Vereinigung für Lehmbau) veröffentlicht ergänzend die Lehmbau Regeln, ein technisches Regelwerk für Planung und Ausführung von Lehmbauten.

Anwendungsgebiete im Überblick

Lehmputz eignet sich für alle Innenwände aus Mauerwerk, Beton, Fachwerk und Strohballen. Er wird in zwei bis drei Lagen aufgetragen: Unterputz (10–20 mm), Oberputz (5–10 mm) und optional Feinputz (2–4 mm).

Lehmbauplatten erlauben trockenen Innenausbau ohne Wartezeiten: Sie werden wie Gipskarton verschraubt und können sofort überputzt oder tapeziert werden.

Lehmsteine ermöglichen massives Mauerwerk mit exzellenten Wärmespeicherwerten. Tragende Lehmsteine (DIN 18945 Typ A) können für Innenwände und Schächte genutzt werden, nicht-tragende Typen für Ausfachungen im Fachwerk.

Lehmbauprodukte im Vergleich
ProduktDIN-NormHauptanwendungSchichtdicke
LehmunterputzDIN 18947Erstlage auf Mauerwerk / Fachwerk10–20 mm
LehmoberputzDIN 18947Zweite Lage, glattere Oberfläche5–10 mm
LehmfeinputzDIN 18947Abschlusslage, Farbanstrich2–4 mm
LehmbauplattenDIN 18948Trockenbau, Wandaufbau25 mm
Lehmsteine tragendDIN 18945 Typ AInnenwände, Schächte
LehmfarbeOberflächenanstrich auf Lehmputz2 Anstriche
Erstellt von Kenny Kent Bridgewater, zertifiziertem Sachverständigen für ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen, mit über 10 Jahren Praxiserfahrung im Lehmbau in Niedersachsen.

Quellen und Normen

Regionaler Kontext und Einsatz in der Praxis

Lehm-Revival mit Sitz in der Danziger Str. 59, 28832 Achim (Niedersachsen), versorgt Kunden in der gesamten Region Niedersachsen, Bremen und Hamburg mit normgerechten Lehmbaustoffen. In Achim und Umgebung sind Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitet – Lehm war hier traditionell das Füll- und Putzmaterial für Gefache und Wände. Lehm-Revival berät Bauherren, Handwerker und Denkmaleigentümer vor Ort und liefert Materialien deutschlandweit per DPD. Für Projekte im Landkreis Verden, Rotenburg und der Samtgemeinde Achim stehen wir auch für Vor-Ort-Beratung zur Verfügung.

Häufige Fragen

Ist Lehmbau auch für Neubauten geeignet?

Ja. Lehmbauplatten und Lehmputze lassen sich in jeden modernen Neubau integrieren, unabhängig vom Außenwandsystem. Als Innenausbaumaterial verbessern sie das Raumklima messbar. Für tragende Außenwände aus Lehm (Stampflehm, Lehmsteinmauerwerk) gelten besondere Planungsanforderungen gemäß DVL Lehmbau Regeln.

Wie unterscheidet sich Lehmputz von Kalkputz?

Lehmputz hat eine höhere Feuchtigkeitsregulierung (Sorptionsfähigkeit bis 70 g/m²) als Kalkputz, ist aber nicht witterungsbeständig und daher nur für Innenbereiche geeignet. Kalkputz ist auch außen verwendbar, hat aber geringere Wärmespeicherwerte. Für Fachwerk empfehlen wir Lehm innen und Kalk außen.

Welche Lehmbauprodukte führt Lehm-Revival?

Wir führen das vollständige ClayTec-Sortiment: Lehmunterputz, Lehmoberputz, Lehmfeinputz, Lehmstreichputz, Lehmbauplatten (25 mm), Lehmsteine (tragend und nicht-tragend), Lehmfarben sowie Zubehör wie Armierungsgewebe und Schilfrohrplatten. Alle Produkte sind DIN-normiert und per DPD lieferbar.