Lehmbauplatten im Innenausbau: Trockenbau mit Lehm nach DIN 18948
Lehmbauplatten gehören zu den wichtigsten Produkten im modernen Lehmbau. Sie verbinden die bauphysikalischen Vorteile von Lehm mit der schnellen Verarbeitung klassischer Trockenbausysteme. Statt Wände aufwendig nass zu verputzen, können Lehmbauplatten ähnlich wie Gipskartonplatten montiert werden – verschraubt auf einer Unterkonstruktion oder direkt auf massive Wände geklebt. Die Platten bestehen aus getrocknetem Lehm, der mit natürlichen Fasern stabilisiert wird. Dadurch bleiben sie diffusionsoffen, kapillaraktiv und frei von synthetischen Bindemitteln oder Schadstoffen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Feuchtepufferfähigkeit. Eine typische 25 mm starke Lehmbauplatte kann etwa 6 bis 8 Gramm Feuchtigkeit pro Quadratmeter und Prozent relativer Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Damit liegt ihre Sorptionsfähigkeit deutlich über der von Gipskartonplatten. Gerade im Innenausbau sorgt das für ein stabileres Raumklima: Feuchtigkeitsspitzen werden abgepuffert und die relative Luftfeuchtigkeit bleibt ausgeglichener. Lehmbauplatten eignen sich besonders für den ökologischen Innenausbau, für Altbau und Fachwerksanierungen, für Holzbau und nachhaltige Neubauten sowie für Schlafräume und Wohnräume, in denen ein gesundes Raumklima besonders wichtig ist. Bei Lehm-Revival werden vor allem ClayTec Lehmbauplatten nach DIN 18948 eingesetzt, da sie industriell gefertigt und normgerecht geprüft werden.

Aufbau und Typen von Lehmbauplatten
Lehmbauplatten bestehen im Kern aus getrocknetem Lehm, der mit natürlichen Fasern oder mineralischen Zuschlägen stabilisiert wird. Diese Armierung verhindert Schwindrisse und sorgt für ausreichende Biegefestigkeit. Grundsätzlich lassen sich zwei Bauarten unterscheiden.
Lehmbauplatten mit Faserarmierung
Die klassische Lehmbauplatte enthält Lehm, Sand und pflanzliche Fasern wie Getreideschrot, Strohfasern oder Holzfasern. Ein Beispiel ist die ClayTec Lehmbauplatte, die aus getrocknetem Lehm mit Getreideschrot-Armierung besteht.
Typische Eigenschaften dieser Platten: Dicke etwa 25 mm, Gewicht etwa 30 kg pro Quadratmeter, sehr gute Feuchtepufferfähigkeit und hohe Wärmespeichermasse. Diese Platten werden hauptsächlich im Innenausbau eingesetzt und anschließend dünn überputzt oder gestrichen.
Schilfrohr-Lehmbauplatten
Eine zweite Variante sind Lehmbauplatten mit integrierter Schilfrohrarmierung. Hier bildet ein Schilfrohrgewebe die tragende Struktur, die mit Lehm beschichtet wird. Durch den höheren Luftporenanteil besitzen diese Platten eine geringere Rohdichte und damit bessere Wärmedämmeigenschaften.
Die typische Wärmeleitfähigkeit beträgt λ ≈ 0,14 W/(m·K). Diese Platten werden häufig eingesetzt, wenn Dämmwirkung und Raumklimawirkung kombiniert werden sollen – zum Beispiel in Außenwandaufbauten im Holzbau oder als Innendämmung auf massivem Mauerwerk. Die geringere Rohdichte macht diese Plattenvariante leichter und damit auch einfacher zu transportieren und zu montieren.
Formate und Verarbeitung
Lehmbauplatten werden in handlichen Formaten hergestellt, damit sie auf der Baustelle gut verarbeitet werden können. Typische Standardformate sind 1250 × 500 mm und 1000 × 500 mm. Die Platten lassen sich mit Handsäge, Fuchsschwanz, Stichsäge oder Cuttermesser zuschneiden.
Die Schnittkanten können leicht angefeuchtet oder mit Lehmspachtel geglättet werden, damit später eine gute Verbindung zum Putz entsteht. Bei der Verarbeitung sollte die Baustelle trocken sein. Lehmbauplatten sollten nicht in feuchter Umgebung gelagert werden, da sie Feuchtigkeit aufnehmen können. Eine kurzzeitige Lagerung in trockenen Innenräumen ist ideal.
Montage von Lehmbauplatten
Trockenbau-Montage auf Unterkonstruktion
Die häufigste Montageart ist die Befestigung auf einer Holz- oder Metallunterkonstruktion. Übliche Achsabstände sind 416 mm und 625 mm. Die ClayTec Solar Lehmbauplatten sind speziell auf den 625 mm Ständerabstand abgestimmt. Dadurch passen sie exakt auf Standard-Trockenbauprofile und lassen sich ohne Zuschnitt montieren.
Die Befestigung erfolgt mit Linsenkopf- oder Schnellbauschrauben der Größe 3,5 × 35 mm. Die Schrauben werden im Abstand von etwa 15 bis 20 cm gesetzt und leicht versenkt. Vorteile dieser Bauweise: schnelle Montage, geringe Feuchtigkeitseinbringung, flexible Installationsebene und Kompatibilität mit Standard-Trockenbauprofilen.
Bei der Direktverklebung auf massive Wände wird Lehm-Klebemörtel in Punkten oder Streifen auf die Rückseite der Platte aufgetragen. Anschließend wird die Platte an die Wand gedrückt und ausgerichtet. Vorteil: kein Ständerwerk notwendig, platzsparend. Nachteil: der Untergrund muss tragfähig und ausreichend eben sein, es entsteht keine Installationsebene.
Fugenbehandlung und Oberflachen
Die Fugenbehandlung ist ein wichtiger Arbeitsschritt. Die Plattenstöße werden zunächst mit Lehmspachtel gefüllt. Anschließend wird ein Armierungsstreifen aus Glasfasergewebe von etwa 10 cm Breite eingelegt. Diese Armierung verhindert Rissbildung an den Plattenstößen.
Nach dem Trocknen kann die Wandoberfläche dünn mit Lehmputz überzogen oder direkt gestrichen werden. Typische Oberflächen sind ClayTec Lehmoberputz, ClayTec Lehmfeinputz, ClayTec Yosima Designputz, Lehmfarbe oder Silikatfarbe. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst den optischen Charakter und die Feuchtepufferleistung der fertigen Wand.
Raumklima, Akustik und Brandschutz
Die Sorptionsfähigkeit von Lehmbauplatten liegt bei etwa 6 bis 8 Gramm Feuchtigkeit pro Quadratmeter und Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Damit können Feuchtespitzen aus der Raumluft aufgenommen und bei trockener Luft wieder abgegeben werden. Besonders wirksam wird der Effekt, wenn die Platten zusätzlich mit Lehmputz oder Lehmspachtel überarbeitet werden.
Durch ihre relativ hohe Rohdichte besitzen Lehmbauplatten gute schalltechnische Eigenschaften. Eine typische Trockenbauwand mit beidseitigen Lehmbauplatten und Mineralwolle im Ständerwerk erreicht Schalldämmwerte von etwa Rw ≈ 55 dB. Damit eignen sich Lehmbauplatten gut für Wohnungstrennwände, Schlafräume und Arbeitsräume.
Lehm besteht aus mineralischen Bestandteilen und ist nicht brennbar. Lehmbauplatten erreichen daher in der Regel die Baustoffklasse A1 nach DIN 4102. Sie eignen sich deshalb auch für Brandschutzverkleidungen von Holzbalkendecken und Stahlträgern – eine Kombination aus Brandschutz und Raumklimawirkung, die besonders im Holzbau interessant ist.
Normen und Qualitat
Die Anforderungen an Lehmbauplatten sind in DIN 18948 geregelt. Diese Norm definiert unter anderem Biegezugfestigkeit, Schwindmaß, Wasseraufnahme und mechanische Eigenschaften. Produkte wie ClayTec Lehmbauplatten werden nach diesen Normen geprüft und im Werk qualitätskontrolliert.
Mit der wachsenden Nachfrage nach Lehmbaustoffen sind viele Anbieter auf den Markt gekommen. Nicht alle Produkte erfüllen jedoch die technischen Anforderungen der DIN 18948. Geprüfte Industrieprodukte bieten reproduzierbare Qualität, definierte Festigkeitsklassen und nachvollziehbare bauphysikalische Kennwerte. Gerade bei Projekten im Fördermittelbereich oder mit statischer Relevanz sollten ausschließlich normgerechte Lehmbauplatten verwendet werden.
Hersteller wie ClayTec haben maßgeblich zur Entwicklung der DIN-Normen für Lehmbauprodukte beigetragen und veröffentlichen Umweltproduktdeklarationen (EPD) sowie technische Datenblätter, die eine präzise Planung ermöglichen.
Lehmbauplatten bei Lehm-Revival
Bei Lehm-Revival findest du hochwertige Lehmbauprodukte für den Innenausbau, darunter ClayTec Lehmbauplatten, ClayTec Lehmunterputze, ClayTec Lehmoberputze, ClayTec Lehmspachtel und ClayTec Yosima Designputze.
Diese Systeme ermöglichen einen diffusionsoffenen Innenausbau mit natürlichem Raumklima und verbinden die Vorteile des Lehms mit der schnellen Verarbeitung moderner Trockenbausysteme.
Lehmbauplatten gehören deshalb zu den effizientesten Möglichkeiten, die Vorteile des Lehmbaus in modernen Gebäuden zu nutzen – ohne lange Trocknungszeiten und ohne aufwendige Nassputzarbeiten. Für die Auswahl des richtigen Systems und der passenden Produktmengen stehen wir gerne persönlich oder per E-Mail zur Verfügung.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Dicke | 25 mm |
| Format | 1250 × 500 mm |
| Gewicht | ca. 30 kg/m² |
| Wärmeleitfähigkeit λ | ca. 0,45 W/(m·K) |
| Feuchtepufferung | ca. 6–8 g/(m²·% rF) |
| Brandklasse | A1 |
| Norm | DIN 18948 |
Regionaler Kontext und Einsatz in der Praxis
In der Region Achim (28832) und dem Großraum Bremen berät Lehm-Revival Handwerker und Bauherren bei der Auswahl und Montage von Lehmbauplatten. Wir liefern ClayTec Lehmbauplatten und Systemzubehör per DPD deutschlandweit. Für Projekte in Niedersachsen bieten wir persönliche Beratung vor Ort und helfen bei Mengenberechnung, Montageplanung und Oberflächengestaltung.
Quellen und Normen
Häufige Fragen
Wie werden Lehmbauplatten auf Mauerwerk befestigt?
Lehmbauplatten können direkt auf Mauerwerk geklebt werden. Dazu wird Lehm-Klebemörtel punktweise oder in Streifen auf die Rückseite der Platte aufgetragen und die Platte dann an die Wand gedrückt und ausgerichtet. Voraussetzung ist ein tragfähiger und ausreichend ebener Untergrund. Alternativ können die Platten auf einer Holz- oder Metallunterkonstruktion mit Linsenkopfschrauben (3,5 × 35 mm) befestigt werden.
Kann ich Lehmbauplatten direkt tapezieren oder streichen?
Ja. Nach der Fugenbehandlung (Lehmspachtel und Armierungsstreifen) kann die Oberfläche direkt gestrichen werden. Empfehlenswert sind Lehmfarbe, Silikatfarbe oder Yosima Designputz. Wer eine gleichmäßige Putzoberfläche möchte, trägt zusätzlich eine dünne Schicht ClayTec Lehmoberputz oder Lehmfeinputz auf.
Welchen Schallschutz erreiche ich mit Lehmbauplatten?
Eine Trockenbauwand mit beidseitigen Lehmbauplatten (25 mm) und Mineralwolle im Ständerwerk erreicht typischerweise Rw ≈ 55 dB. Dieser Wert ist für Wohnungstrennwände und Schlafräume gut geeignet. Im Vergleich zu Gipskarton bieten Lehmbauplatten durch ihre höhere Rohdichte leichte Vorteile beim Schallschutz.
Sind Lehmbauplatten feuchtigkeitsempfindlich?
Lehmbauplatten sind nicht wasserbeständig und dürfen nicht dauerhaft nass werden. Für den Innenbereich sind sie jedoch ideal geeignet, da sie Raumluftfeuchtigkeit aktiv aufnehmen und abgeben. Im Bad oder in Feuchträumen sollten Lehmbauplatten mit einem geeigneten Oberflächenschutz versehen oder durch wasserbeständige Alternativen ersetzt werden.