Lehm im Innenausbau: Putz, Platten und Farbe für gesunde Räume

Lehm im Innenausbau: Putz, Platten und Farbe für gesunde Räume

Lehm im Innenausbau kann als Putz auf Mauerwerk, als Trockenbau-Platte auf Ständerwerk oder als Farbe auf bestehende Wände aufgebracht werden. Der wesentliche Vorteil gegenüber Gips- und Kunstharzprodukten: Lehm ist vollständig dampfdurchlässig, reguliert aktiv die Raumluftfeuchtigkeit und enthält keinerlei Schadstoffe. Ein Raum mit Lehmwänden hat nachweislich eine ausgeglichenere relative Luftfeuchtigkeit als ein vergleichbarer Raum mit Gipskarton.

Systemaufbau: Drei Wege zum Lehmraum

Weg 1 – Nassputz auf Mauerwerk: Lehmunterputz (15–20 mm) als Ausgleichsschicht, Lehmoberputz (8 mm) als ebene Oberfläche, Lehmfeinputz (3 mm) oder Lehmfarbe als Abschluss. Vorteil: maximale Feuchtigkeitsregulierung, denkmalgerecht. Nachteil: lange Trocknungszeiten, staubintensiv.

Weg 2 – Trockenbau mit Lehmbauplatten (DIN 18948): Lehmbauplatten auf Metallständern oder direkt auf Mauerwerk geklebt. Direkt überputzbar oder tapezierbar. Vorteil: schnell, sauber, kaum Trocknungszeit. Nachteil: etwas geringere Feuchtigkeitsregulierung als Nassputz.

Weg 3 – Lehmfarbe auf bestehende Wände: Direkt auf Kalkputz, grundierte Gipskartonplatten oder Lehmbauplatten. Schnellste Lösung, bringt auch auf bestehenden Wänden messbaren Raumklimagewinn. Zwei Anstriche genügen für vollständige Abdeckung.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Materialkosten im Vergleich

Lehmputz-System (Nass): ca. 15–25 €/m² Materialkosten (Unterputz + Oberputz + Feinputz). Gipsputz-System: ca. 8–15 €/m². Der Mehrpreis von Lehm amortisiert sich durch den Gewinn an Raumklima, geringere Heizkosten (bessere Wärmespeicherung) und Langlebigkeit (keine Reparaturanfälligkeit).

Lehmbauplatten: ca. 20–35 €/m² Materialkosten (Platte + Spachtel + Armierungsgewebe). Gipskarton: ca. 8–15 €/m². Der Mehrpreis liegt bei ca. 10–20 €/m² – für ein 15 m²-Zimmer entspricht das ca. 150–300 € Mehrkosten.

Wichtig für KfW-Förderantrag: Lehmbaustoffe sind als ökologische Baustoffe anerkannt. Bei energetischen Sanierungen, die im Rahmen des BEG (Bundesförderung effiziente Gebäude) gefördert werden, können Lehmputze als Teil des Sanierungspakets berücksichtigt werden.

Lehm vs. Gips: Ein direkter Vergleich

Feuchtigkeitsregulierung: Lehm nimmt bis zu 50 g/m² Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Gips: ca. 5–10 g/m². Kunstharzputze: praktisch 0. Das macht Lehm zum überlegenen Raumklima-Material.

Reparierbarkeit: Lehmputz lässt sich jederzeit nachbessern – schadhafte Stellen anfeuchten, ausbessern, trocknen lassen. Gipsputz braucht neue Schicht über der ganzen Fläche, um gleichmäßige Optik zu erhalten.

Ökologie: Lehm ist 100 % recyclierbar, erfordert keine energieintensive Brennung wie Gips, kommt häufig aus regionalen Quellen und hat keine Schadstoffemissionen. ClayTec-Lehm kommt aus Deutschland (Klingenberg am Main und Thüringen).

Erstellt von Kenny Kent Bridgewater, zertifiziertem Sachverständigen für ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen, mit Erfahrung in der Planung und Ausführung von Lehm-Innenausbauten in Wohngebäuden der Region Niedersachsen.

Quellen und Normen

Regionaler Kontext und Einsatz in der Praxis

In der Region Achim (28832) und dem Großraum Bremen setzen immer mehr Eigenheimbesitzer und Architekten auf Lehm im Innenausbau – als Beitrag zu gesundem Wohnen und nachhaltigem Bauen. Lehm-Revival in der Danziger Str. 59, 28832 Achim, liefert Lehmputze, Lehmbauplatten und Lehmfarben per DPD in die Region und deutschlandweit. Für Projekte in Niedersachsen bieten wir persönliche Beratung vor Ort und helfen bei der Systemauswahl, Mengenberechnung und Verarbeitungstechnik.

Häufige Fragen

Ist Lehm im Innenausbau auch für Allergiker geeignet?

Ja, Lehm ist besonders empfehlenswert für Allergiker: keine Kunstharze, keine bioziden Zusätze, keine Formaldehyd-Emissionen. Die aktive Feuchtigkeitsregulierung hält die Raumluftfeuchtigkeit in einem Bereich (45–60 %), der Hausstaubmilben und Schimmelwachstum hemmt. Lehm-Revival empfiehlt für Allergiker das vollständige System: Lehmunterputz + Lehmoberputz + Lehmfarbe.

Kann ich Lehm im Innenausbau selbst verarbeiten (DIY)?

Ja, Lehmfarbe und Lehmbauplatten sind auch für Heimwerker gut geeignet. Lehmputz (Nassputz) erfordert etwas Übung, ist aber mit entsprechender Vorbereitung machbar. ClayTec bietet Verarbeitungsanleitungen und Videos. Wir empfehlen bei größeren Projekten einen Probeabschnitt (2 m²) vorab, um ein Gefühl für die Konsistenz zu bekommen. Für Unterstützung bieten wir Vor-Ort-Beratung im Raum Niedersachsen.

Wie lange dauert die Trocknung nach Lehmputz-Auftrag?

Als Richtwert: 1 cm Lehmputz trocknet in ca. 3–7 Tagen (bei guter Belüftung, 20°C Raumtemperatur). Ein vollständiges System (15 mm Unterputz + 8 mm Oberputz + 3 mm Feinputz) kann 4–6 Wochen bis zur vollständigen Durchtrocknung benötigen. Tipp: Querlüften statt heizen – Luftzirkulation ist wichtiger als Wärme für schnelle Trocknung.