Resthof-Sanierung mit Lehmmörtel und Lehmputz – Projektbericht

Resthof-Sanierung mit Lehmmörtel und Lehmputz – Projektbericht

Ein Resthof aus dem Jahr 1890 im Landkreis Verden wurde vollständig mit ökologischen Baustoffen saniert. Das Natursteinmauerwerk wurde mit Lehmmörtel verfugt, die Innenwände erhielten ein ClayTec-Lehmputz-System, und der Keller wurde mit Trasszement und Kalk wasserdicht gemacht. Das Ergebnis: ein gesundes, dauerhaft trockenes Wohngebäude ohne Schimmel – nach Jahren des Kampfes mit Feuchtigkeitsproblemen durch falsch gewählte Zementmörtel.

Bestandsaufnahme: Schäden durch Zement

Das Gebäude hatte in den 1980er Jahren eine Fassadensanierung erhalten: Das Natursteinmauerwerk wurde mit Zementmörtel neu verfugt. Ergebnis: Feuchtigkeitseinschluss im Mauerwerk, Salzausblühungen, abplatzende Verfugungen und Durchfeuchtung bis in die Innenwände.

Bestandsaufnahme 2023: Zementmörtel in den Fugen hatte sich teilweise bereits selbst vom Naturstein gelöst. Feuchtigkeit hatte das Innere des Mauerwerks erreicht. Im Erdgeschoss waren sämtliche Innenputze (Kalk-Zement) mit Schimmelflecken durchsetzt.

Sanierungskonzept und Umsetzung

Phase 1: Fassade und Fugensanierung

Komplette Entfernung des Zementmörtels aus allen Fugen per Winkelschleifer und Hand. Tiefe Verfugung (min. 3 cm) mit Lehm-Trassmörtel (ClayTec Lehm-Mauermörtel + 15 % Trass als hydraulischer Zusatz für leichte Witterungsbeständigkeit in geschützten Bereichen).

Außenputz: Auf den Natursteininnenseiten traditioneller Kalk-Unterputz (NHL 2) als atmungsaktive Erstlage. Außen Kalk-Oberputz als Witterungsschutz. Kein Lehm außen – außer unter dem Dachüberstand (geschützter Bereich), dort ClayTec Lehmunterputz + Kalk-Oberputz.

Phase 2: Innenausbau mit Lehmputz

Alle Innenwände (ca. 280 m²): Zementputz vollständig entfernt. Untergrund mit Lehmhaftschlämme grundiert. Dann ClayTec Lehmunterputz grob 12 mm + Lehmoberputz fein 8 mm + Lehmfarbe Reinweiß in zwei Anstrichen.

Materialverbrauch Innenwände: Lehmunterputz grob ca. 1.700 kg, Lehmoberputz fein ca. 1.100 kg, Lehmfarbe ca. 35 Liter. Trocknungszeit Gesamtprojekt: 10 Wochen (Winter-Baustelle mit kontrollierter Trocknung).

Keller-Sockelzone: Sperrmörtel (Dichtungsschlämme) als Horizontalsperrschicht, dann Kalk-Unterputz als feuchteausgleichende Pufferschicht. Kein Lehm im Kellerbereich (zu hohe Bodenfeuchtigkeit).

Dokumentiert von Kenny Kent Bridgewater, zertifiziertem Sachverständigen für ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen, der dieses Sanierungsprojekt im Landkreis Verden, Niedersachsen konzipiert und begleitet hat.

Quellen und Normen

Regionaler Kontext und Einsatz in der Praxis

Dieser Resthof liegt im Landkreis Verden, wenige Kilometer von Achim entfernt. Lehm-Revival in der Danziger Str. 59, 28832 Achim, hat alle Materialien geliefert und das Sanierungskonzept gemeinsam mit dem Eigentümer entwickelt. Die Nähe zu unserem Standort ermöglichte mehrere Vor-Ort-Beratungen und schnelle Nachlieferungen. Für ähnliche Resthof- und Altbausanierungen in Niedersachsen sind wir gerne Ihr Materialpartner.

Häufige Fragen

Kann Lehmmörtel auch im Außenbereich verwendet werden?

Lehmmörtel ist im Außenbereich nur in geschützten Bereichen (unter Dachüberständen, in geschützten Nischen) einsetzbar. Im direkten Schlagregenbereich wird Lehm durch Nässe aufgeweicht. Für Außenfugen von Natursteinmauerwerk im Schlagregenbereich empfehlen wir Kalk-Trassmörtel (NHL 2 + 15 % Trass), der ausreichend dampfdurchlässig und witterungsbeständig ist.

Wie gehe ich mit Feuchtigkeitsschäden in altem Mauerwerk um?

Zuerst Ursache klären: kapillar aufsteigende Feuchtigkeit (Horizontalsperre nötig), schlagregen-bedingte Durchfeuchtung (Außenputz/Fugensanierung) oder Kondensation (Dämmkonzept + Feuchtigkeitsregulierung durch Lehmputz). Dann von außen nach innen sanieren: Außenfugen, Dichtungsschicht, Innenputz. Fehler: Innenputz sanieren ohne Außenabdichtung – die Feuchtigkeit kommt zurück.

Welche Förderungen gibt es für die Altbausanierung mit Lehm?

Mehrere Fördermöglichkeiten: 1) KfW Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für energetische Sanierungsmaßnahmen. 2) Denkmalschutz-Sonderabschreibung (§ 7i EStG): 9 % p.a. über 10 Jahre bei denkmalgeschützten Gebäuden. 3) Niedersächsisches Denkmalschutzprogramm für geförderte Sanierungsmaßnahmen. 4) Regionale Förderungen des Landkreises Verden. Wir stellen Produktnachweise und DIN-Zertifikate für Förderanträge kostenlos zur Verfügung.